Istanbul

Istanbul´u dinliyorum gözlerim kapali...
Ich lausche Istanbul mit geschlossenen Augen...


So beginnt eines der bekanntesten türkischen Gedichte von Orhan Veli Kanik, eine Liebeshymne an Istanbul. Istanbul ist in der Tat eine Stadt, in die man sich schnell und dauerhaft verlieben kann. Als einzige Stadt der Welt auf zwei Kontinente, Europa und Asien, gelegen, ist das ehemalige Konstantinopel ein Schmelztigel der Kulturen. Ein Spiegel dessen sind die verschiedensten Stadtteile und unterschiedlichsten Bewohner der 15 Mllionen Metropole. Kneipenszenen, angesagte Clubs, edle Einkaufsmeilen und schicke Bürohäuser, kleine Bakals (türkisch für "Tante-Emma-Laden"), bunte Fisch- und Gemüsemärkte, der riesige gedeckte Basar, ärmliche, zum Teil slumartige Wohnviertel am Rand der Stadt, dazu der Bosporus, die Schwarzmeer- und die Marmaraküste -das alles ist Istanbul.

Auf dem oberen Bild ist das Goldene Horn, ein Ausläufer des Bosporus, zu sehen, im Hintergund der Stadtteil Galata mit dem als Aussichtspunkt bekannt gewordenen Galataturm. In dessen Nähe liegt die Deutsche Schule, das Alman Lisesi. Nicht weit davon entfernt ein Stück die Istiklal (Bild rechts), die bekannteste Fußgängerzone der europäischen Seite hinauf, liegt im Stadtteil Beyoglu die deutsche evangelische Gemeinde. In der Nähe des Taksimplatzes, der die Istiklal beendet, ist das deutsche Generalkonsulat gelegen. Wie hier zu sehen ist, gibt es in Istanbul keinen ewigen Sommer, sondern auch Schnee und Eis. Die Kinder freuen sich dann besonders, denn bei starkem schneefall gibt es schulfrei, da die Schiffe nicht fahren und zumeist auch der Autoverkehr zusammenbricht.
Istanbul ist immer eine Reise wert. Mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, den unzähligen Moscheen, Kirchen und Museen, den Basaren, den vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, tausenden von Cafes, Bars und Teegärten und der landschaftlichen Schönheit am Bosporus hält die Stadt für jeden Besucher und jede Besucherin etwas Passendes bereit. Dabei ist Istanbul viel moderner, als viele in Deutschland es sich vorstellen. Die verschiedenen Stadtteile beherbergen diverse In-Szenen, viele Clubs und Bars, innovative Musik und Kunst. Die religiöse Prägung der Menschen hängt oft vom Wohnort ab. In manchen Wohnviertel sieht man kaum eine Frau ohne Kopftuch, in anderen Viertel scheint es wiederum gar keine Kopftuchträgerinnen zu geben, und Tops und Miniröcke oder moderne Businessoutfits prägen das weibliche Erscheinungsbild.

Auffallend ist der starke Unterschied zwischen Arm und Reich. Viele Istanbuler leben nah an der Armutsgrenze und wissen kaum, wie sie Lebensmittel, Kleidung, Schulsachen für die Kinder und andere wichtige Dinge bezahlen sollen. Diejenigen die sich nicht einmal das leisten können werden von keinem sozialen Netz aufgefangen. Manchen kommen die noch starken Familienstrukturen und somit die Hilfe von Verwandten zugute, viele müssen jedoch auch betteln gehen und leben auf der Straße oder in selbstgebauten, einfachtsen Hütten, sogenannten Gecekondus, das beudetet: über Nacht gebaut.
Daneben gibt es eine wenig etablierte Mittelschicht, die von jedem Absinken der türkischen Wirtschaft stark betroffen ist, und die sich von einem türkischen EU-Beitritt vor allem mehr wirtschaftliche Stabilität erhofft. Damit verglichen setzt sich die Istanbuler Schickeria durch extremen Reichtum ab, wovon im Stadtbild edle Einkaufsmeilen, teure ausländische Autos und schicke Bars und Restaurants am Bosporus zeugen. Das Bild links zeigt Gäste eines Istanbuler Clubs beim Feiern in der Neujahrsnacht.


Folgende Seiten geben mehr Informationen über Istanbul:
http://english.istanbul.com Viele Informationen über die Stadt auf englisch und türkisch.
http://www.istanbulcityguide.com/ Was ist los in der Stadt? Englische Seite.
http://www.istanbul.de/ Deutsche Seite mit Informationen für Touristen.

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